Leben im Rhythmus der Natur

(c) Eike Hoffmann 2015

Haben Sie es schon gemerkt? Der Herbst ist angekommen mit all seiner Farbenpracht, reifen Früchten und dem Geruch nach Holzfeuern. Nach einem großartigen Sommer voller träger Sonnentage beginnen die Tage nun nebelgrau und kalt.

Wie jedes Lebewesen folgt auch der Mensch seiner inneren Uhr. Auch wenn uns das oft nicht bewusst ist: Viele Vorgänge im Körper unterliegen zirkadianen Schwankungen. Herzfrequenz, Hormonausschüttung, Wachheit, Körpertemperatur und Blutdruck werden abhängig vom Tageslicht von inneren Taktgebern im Zwischenhirn gesteuert. Die Zeitumstellung auf die Winterzeit kann deshalb Probleme wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Herzbeschwerden oder Konzentrationsstörungen und Depressionen auslösen. Dieser „Mini-Jetlag“ kann einige Tage dauern. Berufstätige haben dabei kaum eine Wahl: Sie müssen sofort wieder fit sein und auch im Meeting um 17 Uhr noch volle Leistung bringen, obwohl es nun schon wieder dunkel ist. Wenn danach die Kraft fehlt für Familie, Haushalt, Sport und all die anderen Dinge, die eigentlich noch fällig wären, besteht die Gefahr, entweder die notwendige Erholung zu vernachlässigen und so durch chronischen Stress das Risiko für Erschöpfung und Burnout zu erhöhen, oder durch die vielen unerledigten Dinge frustriert zu werden.

Nicht selten neigen wir dazu, noch mehr in noch weniger Zeit erledigen zu wollen. Spätabends noch „schnell“ Mails beantworten, Termine organisieren, die Präsentation fertig machen – das kann mal notwendig sein, stört als Dauerlösung jedoch die innere Uhr, weil künstliches Licht dem Körper vorgaukelt, es sei noch heller Tag. Oft wird das Einschlafen dann zum Problem, die Schlafdauer wird verkürzt, Erholung ist kaum noch möglich. Wir leben dann am Rhythmus der Natur vorbei und merken manchmal gar nicht, wie sich die Welt verändert.

Dabei tut es der Seele so gut, die Verbindung zur Natur zu spüren. Frühmorgens vor der Arbeit, in der Mittagspause, am Wochenende: Gönnen Sie sich die kleine Auszeit im Freien! Ein Sonnenstrahl lässt jeden Tropfen im Spinnennetz glitzern. Das Gelb, Orange und satte Rot der Blätter strahlt geradezu. Nebelschwaden verleihen der Landschaft einen zauberhaften Reiz. Es riecht nach Herbst, dieser besonderen Mischung aus Erde, Pilzen und Holzfeuern. Kälte kriecht unter die Jacke und lässt von Kerzenschein, heißem Tee und einem guten Buch träumen. Nach dem energiegeladen Sommer bewusst zur Ruhe kommen. Wahrnehmen, wie es draußen stiller wird. Sich etwas weniger vornehmen, die Dinge achtsamer tun – das erdet. Der Abschied vom Getriebensein entspannt. Und schafft Kraft für Wesentliches.

Viel Freude beim Entschleunigen und Entdecken wünscht

Ihre Eike Hoffmann

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