Don’t Look back in Anger 

(C) Dr. Eike Hoffmann 2015

Wer kennt das nicht: Eine Gelegenheit zieht vorüber, weil man sie nicht sieht oder sich nicht entscheiden kann. Das kann ein Jobangebot, ein möglicher Gewinn oder auch ein Kennenlernen sein. Ärgern Sie sich im Nachhinein, wenn Sie die Chance vertan haben? Das kann durchaus ganz hilfreich sein, denn es spornt uns an, es beim nächsten Mal anders zu machen.

Aber Vorsicht! Wer verpassten Gelegenheiten zu lange nachtrauert, riskiert eine Depression zu entwickeln. Wie Stefanie Brassen und ihre Kollegen im renommierten Science Magazine schreiben (http://www.sciencemag.org/content/336/6081/612.abstract), geht Bedauern mit einer verminderten Aktivität im ventralen Striatum, einem Teil des zerebralen Belohnungszentrums, und einer verstärkten (Stress-)Reaktion des autonomen Nervensystems einher. Diese Veränderungen zeigen sich im höheren Lebensalter kaum noch – es sei denn, die Betroffenen leiden an einer Depression. Die Hypothese der Wissenschaftler lautet: Um gesund und zufrieden älter zu werden, ist es gut, wenn man verpassten Chancen nicht nachtrauert und sie eher dem Zufall zuschreibt, sich also selbst nicht verantwortlich fühlt.

Loslassen zu können, wenn etwas schief gelaufen ist, anstatt in endlose Grübelei zu verfallen, ist sicher eine Möglichkeit, zufriedener durchs Leben zu gehen. Dies gilt insbesondere auch für Streitigkeiten und Verletzungen durch Andere. Verzeihen zu können befreit! Verzeihen bedeutet nicht, alles zu akzeptieren. Grenzen zu setzen und wo notwendig auch zu verteidigen, ist unerlässlich für ein selbstbestimmtes, glückliches Leben. Man tut jedoch gut daran, nicht im Groll zu verharren gemäß Jorge Bucays Lehrsatz “ Ich bin, der ich bin. Du bist, der du bist. Und wir sind beide okay.“

Weihnachten ist eine Zeit, in der die Erwartungen in Familien an Harmonie, Gemeinschaft und Glück unglaublich hoch werden können. Das kann dann leicht in Streitereien, Rückzug und Tränen enden. Weihnachten ist aber auch eine gute Gelegenheit, sich etwas verständnisvoller und liebevoller zu begegnen, sich selbst und den anderen so sein zu lassen, so zu akzeptieren, wie wir sind. Eine gute Gelegenheit, jemanden um Verzeihung zu bitten und selbst zu verzeihen. Loszulassen, was im alten Jahr schwer, bitter oder strittig war. Das mag ein wenig Mut erfordern. Und es befreit und lässt uns unbelastet und frei in ein neues Jahr starten. Ein neues Jahr voller Möglichkeiten! Und was könnte schöner sein, als gar nichts bereuen zu müssen, weil der Mut da ist, Chancen, die sich bieten, zu ergreifen.

Ich wünsche Ihnen friedvolle, fröhliche, gesegnete Weihnachten und für das neue Jahr Mut und Kraft und viele glückliche Stunden!

Ihre Eike Hoffmann

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