Gedanken zum Valentinstag und über die Liebe

Was halten Sie vom Valentinstag – ein romantischer Tag für alle Liebenden oder nur eine Masche der Floristen? Während ich in diesem Jahr am 14. Februar dienstlich im Auto saß, habe ich dazu im Radio eine spannende Diskussionsrunde verfolgen können. Die Meinungen gingen weit auseinander. Und jede beruht auf unterschiedlichen Weltbildern und hat ihre Berechtigung.

Ist das nicht eine der wichtigsten Grundlagen jeder Beziehung: den anderen sein lassen, wie er ist, und ihn anerkennen mit allen Stärken und Schwächen? Dabei ist es ganz egal, ob es sich um Partner/in, Freunde, Familie oder Kollegen handelt. Wir verbinden „Liebe“ gedanklich meist mit einer romantischen Liebesbeziehung zwischen zwei Menschen. Liebe kann viel mehr sein. Die Zuwendung, das echte Interesse am Gegenüber, dieses Gefühl von Verstehen und Verstandenwerden kann sogar innerhalb weniger Sekunden mit Fremden entstehen.

Das ist es, was Barbara Fredrickson in ihrem lesenswerten Buch Love 2.0 beschreibt: den Moment positiver Resonanz, in dem Gehirn und Körper sich aufeinander einschwingen. Momente, die uns nicht nur gut tun, sondern wie ihre Forschung zeigt, auch körperlich und psychisch gesund halten. Dabei spielen eine Reihe Vorgänge u.a. der hormonellen Steuerung und des Immunsystems eine wichtige Rolle. Kurz: Freundlichkeit und Wohlwollen halten fit! Vielleicht ist der 14. Februar in Finnland deshalb auch der Tag der Freundschaft?

Wie auch immer Sie zum Valentinstag stehen – er ist eine gute Gelegenheit nahestehenden Menschen zu sagen, wie sehr Sie sie schätzen. Noch schöner ist es, wenn es diesen äußeren Anlass gar nicht braucht. Die anderen 364 Tage im Jahr eignen sich dafür genauso. In diesem Fall gilt ausnahmsweise sogar „Viel hilft viel“, solange es von Herzen kommt.

Apropos sagen: Nicht jedem fällt es leicht eine Liebeserklärung auszusprechen. Es gibt viele verschiedene Arten Zuneigung zu zeigen: kleine Aufmerksamkeiten wie der morgendliche Kaffee am Bett, Hilfe im Haushalt, eine Massage, Rückhalt in Gesprächen mit anderen, gemeinsame Erlebnisse… Die Möglichkeiten sind riesig. Sie erhalten Freundschaften. Und sie tragen wesentlich zu einer gelingenden Liebesbeziehung bei.

Wie ist das bei Ihnen? Sind Sie noch neugierig auf den Menschen an ihrer Seite, auch wenn Sie schon seit Jahren ein Paar sind? Sehen Sie ihn oder das Bild, das Sie sich gemacht haben? Sprechen Sie miteinander über Ihre Pläne, Sorgen und Träume oder nur über die Organisation des Alltags? Gerade mit Kindern im Haus und stressigen Jobs verliert man sich leicht aus den Augen. Das ist normal. Aber doch trotzdem schade, oder?

Man liest oft, dass langjährige Beziehungen Arbeit bräuchten. Das ist sicher nicht falsch, klingt aber anstrengend und nicht sehr motivierend. Wie wäre es stattdessen, wenn „Beziehungsarbeit“ Spaß machen und sich gar nicht wie Arbeit anfühlen würde? Ja, das geht wirklich! Manchmal braucht es nur ein wenig Nachdenken und etwas Energie, um die richtige „Sprache der Liebe“ zu finden.

Gary Chapman beschreibt das gut in seinem Buch „Die fünf Sprachen der Liebe“. Manchmal verstehen wir die Gesten der Zuneigung nicht, weil wir sie in einer anderen Form erwarten. Es hilft also in einer Beziehung, wenn beide die Sprache des anderen kennen. Wie eine Fremdsprache kann man auch das lernen und dabei viele schöne Erlebnisse teilen. Je vielfältiger unsere Ausdrucksmöglichkeiten werden, um so mehr Freude können wir dem anderen bereiten und um so mehr Spaß können wir gemeinsam haben. Macht das den Alltag immer leicht? Natürlich nicht. Aber sogar strittige Themen werden einfacher, weil es viel leichter fällt eine andere Meinung zu akzeptieren, wenn dadurch nicht gleich die ganze Beziehung in Frage gestellt wird.

Was die fünf Sprachen der Liebe sind?

  • Lob und Anerkennung
  • Zweisamkeit: Zeit nur zu zweit
  • Geschenke, die von Herzen kommen
  • Hilfsbereitschaft und
  • Zärtlichkeit.

Haben Sie schon Ideen für die jeweilige Sprache? Sie könnten z.B. einen Tag zu zweit oder ein besonderes Erlebnis für den anderen planen, eine unangenehme Pflicht wie das Bügeln oder die Autowäsche übernehmen, mit einem leckeren Abendessen überraschen oder einen Babysitter organisieren, damit Sie einen Abend daheim mal ganz ungestört genießen können. Vielleicht haben Sie Lust einen festen Termin pro Woche einzuplanen und sich abwechselnd zu überraschen. Das dürfen gerne kleine Gesten sein: wichtig ist, dass sie Freude bereiten.

Viel Spaß!

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