Die Vermessung der Welt – eine einfache Lösung für ein komplexes Problem?

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Suchen Sie auch nach einer einfachen Lösung für ein komplexes Problem? Wir sind es gewohnt, unsere Welt als messbare und objektivierbare Realität  wahrzunehmen. „Alles messen, was messbar ist – und messbar machen, was noch nicht messbar ist.“ so forderte Galilei bereits im 16. Jahrhundert! Also messen und vergleichen wir und versuchen, anhand „harter Daten“ Entscheidungen zu treffen. Das verleiht uns ein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit. Leider machen uns solche Entscheidungen selten glücklich. Aber warum?

Wenn Sie wissen möchten, ob Ihr neues Auto noch durch das Garagentor passt, werden Sie einfach die Breite des Autos und des Garagentors messen und miteinander vergleichen und haben Ihre Frage schon beantwortet. Anders verhält  es schon, wenn Sie wissen möchten, wie viel Zeit Sie für eine Autofahrt z. B. von München nach Frankfurt benötigen werden. Natürlich können Sie die Entfernung ermitteln. Sie kennen auch in etwa Ihre Reisegeschwindigkeit – aber dennoch können Sie Ihre Ankunftszeit nicht sicher vorhersagen. Es kann Stau geben, eine technische Panne, einen Unfall… Es gibt also Variablen, die sich nur schwer genau kalkulieren lassen.

Im Sport werden immer ausgefeiltere Methoden zur Leistungsdiagnostik entwickelt. Aber lässt sich anhand der Ergebnisse der Sieger eines Marathonlaufs vorbestimmen? Sicher nicht! Es stellt sich die Frage: Messen wir, weil die Messwerte wichtig und aussagekräftig sind, oder weil wir sie messen können? Weil etwas objektiv messbar ist, muss es noch nicht valide sein. Sind nicht messbare Faktoren wie kognitive Fähigkeiten (z.B. strategisches Denken) und emotionale Kompetenzen (z.B. gutes Körpergefühl) vielleicht ebenso wichtig, obwohl wir sie nicht messen und objektivieren können?

Lineare Messungen sind offenbar nicht geeignet, um ein komplexes System – wie im Marathon-Beispiel den menschlichen Körper – sinnvoll abzubilden. Wenn wir aufhören, einfache Lösungen für unserer komplexen Probleme zu suchen und stattdessen uns, unsere Gedanken und Emotionen aufmerksam wahrnehmen und beachten, ergeben sich plötzlich neue Perspektiven, die ganz neue Lösungen ermöglichen. Und das verhilft uns auch zu größerer innerer Zufriedenheit und somit vielleicht auch zu mehr Lebensglück. Lassen wir uns auf die wunderbare Komplexität des Lebens ein!

Schließen möchte ich mit einem Zitat, das nicht etwa von einem Psychologen stammt, sondern von einem anderen bedeutenden Physiker: „Nicht alles, was zählbar ist, zählt auch wirklich; nicht alles, was zählt, kann man auch zählen.“ Einstein

Ich wünsche Ihnen viele neue spannende Perspektiven, die Farbe und Freude in Ihr Leben bringen!

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2 Antworten zu “Die Vermessung der Welt – eine einfache Lösung für ein komplexes Problem?

  1. Well, complexity (as opposed to chaos) has one common sign: Looking back we can explain things easily. Unfortunately, it does not work the other way round. As a consequence, we often do not chose the appropriate measure (get going, stay aware and responsive), but try to reduce complexity as much as necessary to apply simple solutions – w/ questionable outcome.
    To deal w/ complexity requires to shift from chronology to kairology – knowing about the right moment, which requires awareness.

    Just thinking loudly 😉 … Thanks for inspiring my thoughts!

    • Thank you, Johannes, for sharing your thoughts!
      Awareness or mindfulness – living in the moment and observing thoughts and feelings without judgment – surely go a long way to finding solutions without even searching…

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